Der Darm – Schlüssel für Krankheit und Gesundheit

Zu Beginn ein kurzer Überblick über die Verdauungstätigkeit:

Stellen wir uns vor, wir essen eine Birne und nach wenigen Stunden ist diese Birne, bzw. das, was für den Körper nützlich ist, Teil von uns selbst geworden, die Birne wurde buchstäblich einverleibt. Diese Umwandlungskünste verdanken wir hauptsächlich dem Darm, denn seine Aufgabe ist es, die Nahrung in kleinmolekulare, resorbierfähige Bestandteile zu zerlegen, denn nur so wird die Nahrung, d.h. das, was von ihr übrig bleibt, über die Dünndarmschleimhaut in den Blutkreislauf überführt.

Die menschliche Darmwand hat eine Oberfläche von ca. 250 qm und beherbergt 100 Billionen Bakterien (mehr als Körperzellen), wovon man schon ca. 400 verschiedene Arten gefunden hat. Die Gesamtlänge eines Erwachsenen-Darmes beträgt 7 Meter, entspricht also der Länge einer ausgewachsenen Riesenschlange.Darm

Wie arbeitet nun dieses wunderbare Gebilde, das uns unsere Existenz sichert?
Wo und wann beginnt die Verdauung?

Sie beginnt im Mund, wo die Nahrung durch gründliches Kauen zerkleinert und mit enzymreichem Speichel versetzt wird, der die Stärkeverdauung einleitet. Im Magen wird die Verdauung von Stärke fortgesetzt und gleichzeitig die Eiweißverdauung durch das Enzym Pepsin begonnen. (Pepsin kann aber nur dann wirken, wenn genügend Magensäure vorhanden ist).

Portionsweise gelangt der im Magen vorverdaute Nahrungsbrei in den Zwölffingerdarm, dessen Schleimhaut durch die Speisenberührung das Gewebshormon Sekretin absondert. Dadurch kommt die Sekretion von den enzymreichen Säften der Bauchspeicheldrüse in Gang, die in den Zwölffingerdarm fließen und der Nahrung beigemischt werden. Ohne diese Säfte ist Verdauung nicht möglich, und so nimmt das Pankreas eine Schlüsselstellung im Verdauungsvorgang ein, denn die Bauchspeicheldrüse ist in der Lage, sämtliche Nährstoffklassen, also Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße aufzuspalten.

Mit Hilfe von Enzymen werden auf diese Weise in einem chemischen Vorgang die Nahrungsstoffe in ihre Kleinstbausteine zerlegt, um so von der Dünndarmschleimhaut resorbiert zu werden. Erst nach Abschluss eines solchen Vorgangs beginnt die eigentliche Ernährung des Körpers.

Damit die zerlegten Bestandteile aber vom Dünndarm in den Körper überwechseln können, hat sich die Natur wieder ein besonderes System ausgedacht. Fadenförmige Darmzotten, von denen jede ein Lymphsystem und zahlreiche Blutgefäße beherbergt, greifen wie Wurzeln in den Nahrungsbrei hinein.

  • Die Blutgefäße nehmen die gelösten Nahrungsbestandteile auf und transportieren sie mit dem Blut zur Leber, die sie entgiftet, teilweise als Reserve speichert, aber den größten Teil an die Körperzellen weitergibt, wo sie weiterverwertet werden.
  • Das zentrale Lymphgefäß der Zotte nimmt die durch die Gallensäuren emulgierten Fette auf und leitet sie weiter in das Lymphsystem (Fette werden im Lungenkreislauf abgebaut), von wo aus sie ebenfalls dem Körper zur Verfügung gestellt werden.

Damit in den vielen Metern Darm das Innenmilieu schön feucht bleiben kann, und die nicht verwertbaren Nahrungsreste wie Fasern weiter in Richtung Dickdarm fließen können, bildet die Dünndarmschleimhaut täglich ca. 1,5 l Flüssigkeit, von der der größte Teil im unteren Dünndarmabschnitt und im Dickdarm wieder zurück resorbiert wird.

Der pHWert der Dünndarmschleimhaut im unteren Dünndarmabschnitt bewegt sich im Bereich von ca. pH 6,5. Dieser leicht säuerliche Wert kommt durch die Säureausscheidung in den Dünndarm zustande. Damit dieser physiologische pHWert stabil bleibt, müssen wir darauf achten, dass wir genügend basische Mineralstoffe und basisch reagierende Pflanzenfasern essen, diese neutralisieren überschüssige Darmsäure unter Bildung von Phytaten und anderen Faserkomplexen, die dann über den Stuhl ausgeschieden werden.

Funktioniert dieses System dank unserer Mithilfe gut, zeigt sich dies im pHWert des ausgeschiedenen Stuhls mit ebenfalls 6,3 - 6,5. Werden dem Dünndarm keine, die überschüssigen Säuren aufnehmende Ballaststoffe zugeführt, wird Säure in den Kreislauf rückresorbiert und (auch nicht neutralisierte Säure) dem Rest des nicht verwerteten Nahrungsbreis mitgegeben, der dann in den Dickdarm gelangt und dessen Schleimhaut entzündlich verändern kann (Kolitis) und die normale Peristaltik behindert.

Und gerade die Peristaltik ist es, die gut funktionieren muss, damit alle unverdaulichen Stoffe, Gifte, abgestorbenes Darmschleimhautepithel bis zu 200 - 250 g (je nach Körpergewicht) täglich ausgeschieden werden können.

Zu welcher Tageszeit beginnt der Darm zu arbeiten?

Nach der Akupunkturlehre ist es morgens zwischen 5 und 7 Uhr. Und wenn wir gefrühstückt haben und die Nahrung im Zwölffingerdarm angekommen ist, gibt es durch die Berührung auf der Schleimhaut einen Reiz und auf hormonellem Weg wird dem Dickdarm der Befehl gegeben, den Fäkalreflex zu betätigen, weil Nachschub kommt. Dies ist die Aufforderung an den Menschen, die Toilette aufzusuchen und den Reflex nicht zu unterdrücken.

Der normale Durchgang durch den Darm beträgt 17 bis 22 Stunden. Bei vielen Patienten dauert aber die Darmpassage trotz täglichem Stuhlgang 100 Stunden oder noch länger. Der Stuhlgang kann eben zwar täglich sein, aber immer zeitverzögert von den Vortagen. Die Normalität ist vorgetäuscht. Man braucht nur mal Spinat zu essen und dann zu schauen, wann der Stuhl mit der entsprechenden Verfärbung auftritt.

Wenn die Darmpassage zu schleppend ist, muss dies korrigiert und die Ernährung umgestellt werden.

Ein erhöhter Fettverbrauch bringt auch eine erhöhte Produktion und Anwesenheit von Gallensäuren mit sich, die mit in den Dickdarm wandern, wo sie nicht hingehören, denn normalerweise werden die Gallensäuren, die in der Leber aus Cholesterin gebildet werden, im unteren Dünndarm zurück resorbiert, nachdem sie ihre Arbeit getan haben, nämlich Fette zu emulgieren, d.h. die Oberflächenspannung zwischen Wasser und Fett wird herabgesetzt.

Nach diesem Vorgang kann dann das Pankreasenzym die Fette spalten und resorptionsfähig machen. Das zeigt, wie wichtig die Gallensäuren für eine gute Verdauung und Resorption sind. Verschiedene Lebererkrankungen können sich auf die qualitative und quantitative Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit auswirken. Eine Verminderung des Gallensäurespiegels führt dazu, dass Fette nicht verdaut und resorbiert werden, es kommt zu einer Fettstoffwechselstörung, Fettstühle mit heller Farbe, fast weiß.

Derselbe Effekt tritt bei einer Pankreasstörung, z.B. einer chronischen Entzündung auf. Wird keine Lipase gebildet, werden die Fette auch nicht gespalten und damit nicht resorbierbar gemacht. Die Stühle sind grau glänzend. In beiden Fällen kommt es zu Blähungen, Völlegefühl und krampfartigen Magen-Darmstörungen sowie Resorptionsstörungen der Vitamine A, D, E und K, weil sie an das Vorhandensein von Galle und Fett gebunden sind.

Vitamin-A-Mangel führt nicht nur zur Nachtblindheit, sondern auch zur Schädigung der Schleimhäute im Atmungstrakt, Verdauungstrakt und den Harnwegen. Die Schleimhäute werden trocken. Der Mund und Rachenraum kann trocken sein und auf der Zunge können sich weißliche Verdickungen bilden (Leukoplakie). Die Trockenheit vermindert die Widerstandskraft der Schleimhäute gegen Krankheitserreger. Gesunde Schleimhäute haben dagegen eine gute Abwehr. Die Anfälligkeit besteht nicht nur für Erkältungen und Katarrhe, sondern auch für allergische Erkrankungen der Atmungsorgane wie Asthma und Heuschnupfen.

Durch das Austrocknen der Schleimhäute in Magen und Darm kommt es zur Störung der Magensaftabsonderung und zur Gastritis bis hin zu Magen-Darmgeschwüren, weil das Schleimhautepithel geschädigt und abgestoßen wird. In den Gallen und Harnwegen begünstigen im Übermaß abgestoßene Schleimhaut-Epithelzellen die Bildung von Gallen-, Nieren- und Blasensteinen, weil sich um diese Epithelzellen gerne Kristalle anlagern.

So begünstigt Vitamin-A-Mangel die Steinbildung. Die Speicherung von Vitamin A erfolgt in der Leber. Eine kranke Leber kann nicht speichern. Wir kommen also in den Vitamin-A-Mangel durch eine schwache oder kranke Leber, ferner Pankreaserkrankung, Gallengangverschluss durch Gries oder Steine, dadurch Fettresorptionsstörung und auch Überfunktion der Schilddrüse, denn das Thyroxin der Schilddrüse ist ein Gegenspieler von Vitamin A.

Bei Hyperthyreose ist es also wichtig, Vitamin-A-reiche Kost oder sogar Vitamin-A-Dragees zu nehmen, da ein erhöhter Verbrauch von Vitamin A vorliegt. Vitamin A (chem. Name Retinol) kommt in zweifacher Form in der Natur vor. Erstens in tierischen Produkten, zweitens als Vorstufe, dem sog. Provitamin A in pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Karotten, Tomaten, Paprika, Kürbis und Kohlgemüse wie Grünkohl und Broccoli, in Salaten wie Feldsalat, in Spinat, Brunnenkresse, Petersilie, Löwenzahnblättern, Endivien, Chicorée und in roter Bete.

Bei Früchten ist die Aprikose Hauptlieferant. Der gelbrote Farbstoff (Provitamin A) hat übrigens von der Karotte den Namen Karotin erhalten.

Aufgrund klinischer Untersuchungen machte man kürzlich die Erfahrung, dass Vitamin A im Innenohr ähnliche Funktionen hat wie am Auge, ein Mangel begünstigt demnach eine Innenohrschwerhörigkeit bis hin zum Hörverlust.

Weiterhin an das Fett gebunden bzw. von ihm abhängig sind die Vitamine D, E und K. Vitamin-D-Mangel führt zu Knochen- und Muskelschwäche, unerwartetes Herzversagen kann die Folge von Vitamin-D-Mangel sein, Vitamin E ist bekannt als Antioxidans, Vitamin-K-Mangel führt zu Blutgerinnungsstörungen, denn Vitamin K ist für den Faktor II der Blutgerinnung (Prothrombin) notwendig.

Es muss nicht immer eine Krankheit sein, die die Resorptionsfähigkeit von diesen Vitaminen verhindert, sondern eine sehr fettarme Diät mit dem Wunsch einer Gewichtsabnahme hat denselben Effekt. Aber auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung mit ungenügender Lipaseausschüttung kann schuld sein.

Symptome: Intoleranz gegenüber Fetten und Hülsenfrüchten, starke Schmerzen auf Alkoholgenuss auf nüchternen Magen. Die Einnahme von Enzympräparaten ist hilfreich.

Meteorismus

Woher kommt die Luft im Bauch? Ein gewisses Quantum an Gas in Magen und Darm ist bei jedem Menschen vorhanden und völlig normal. Selbst wenn wir fasten, haben wir noch Gase im Bauch. Zum ersten gelangt immer, wenn wir essen oder trinken, Luft mit in den Magen. Ein Apfel beispielsweise besteht zu 20% aus Gas, frisches Brot, Kuchen enthalten Gase, die durch Aufstoßen entleert werden oder ca. 30 Minuten später als Winde abgehen.

Der größte Teil der Gase aber entsteht während der Verdauung. Wenn die Salzsäure, die der Magen mit Hilfe von Natriumchlorid, Vitamin B1 und B2 sowie Zink produziert, im Zwölffingerdarm wieder neutralisiert wird, bilden sich große Mengen Kohlendioxid. Ferner werden Gase frei, wenn die Nahrung durch die Verdauungssäfte aufgespalten wird, des weiteren im Dickdarm durch Abbau von Bakterien.

So können beim Verwerten bzw. Abbau einer einzigen Mahlzeit bis zu 15 Liter Gas im Darm entstehen. Der größte Teil wird von der Darmwand absorbiert und abgeatmet.
Woraus, außer dem genannten Kohlendioxid, bestehen die Gase noch?
Es sind Stickstoff, Sauerstoff und Wasserstoff. Alle diese drei Gase sind geruchlos. Nur 1% von dem ganzen Gasvolumen besteht aus Schwefelwasserstoff, Indol, Skatol und Ammoniak (plus flüchtige Amine und kurzkettige Fettsäuren) und dieses eine Prozent reicht aus, um den Stuhl sehr duftintensiv werden zu lassen.

Diese Fäulnisgase entstehen, wenn z.B. Verdauungssäfte fehlen, arteriosklerotische Veränderungen der Gefäße vorliegen, die Durchblutung der Darmwand gestört oder die Darminnenwand verschlackt ist, und dadurch die entstandenen Gase nicht genügend resorbiert werden.

Ein weiterer Grund für Meteorismus kann erstens ein Zuviel aber auch ein Zuwenig an Magensäure sein, wobei bei dem Zuviel die Säure mit in den Zwölffingerdarm fließt, beim Zuwenig die Nahrung nicht genügend desinfiziert wird, sodass auch das Enzym Pepsin für die Eiweißverdauung nicht genügend wirken kann.

Sehr ungünstig ist es, nach 17 Uhr tierisches Eiweiß zu essen, da die Salzsäurebildung im Magen, die für die Eiweißverdauung nötig ist, nachlässt. Dieses Eiweiß (Fisch, Fleisch, Eier…) liegt zu lange im Magen, wird dort schon von Fäulnisbakterien zersetzt, wandert irgendwann weiter die ca. 7 Meter durch den Darm und wird auf dem Weg zum Ausgang immer weiter von Fäulnisbakterien unter Gasbildung zersetzt.

Zweitens kann Magnesiummangel eine Rolle spielen, weil es dadurch zu einer vermehrten neuromuskulären Erregbarkeit kommt und zur Hypermotilität des Darms mit Durchfällen und Blähungen in der Folge. Auch Pilze und pathologische Bakterien wie Clostridien produzieren enorm viele Gase.

Aber sehr oft liegt es auch an unserer täglichen Nahrung, die häufig sehr schwer verdaulich ist. Darunter fallen alle sog. Leguminosen (enthalten schwerverdauliches Eiweiß und schwerverdauliche Kohlenhydrate): Bohnen, Erbsen, Linsen, Kohlarten wie Blumenkohl, Zwiebeln, Kohlrabi usw.

Auch zu viele Eier, Rindfleisch, Erdnüsse, Knoblauch, Kleie, Weizen, Hafer, ein Übermaß an Rosinen und Bananen belasten unsere Verdauung.

Für alle schwerverdaulichen Nahrungsmittel braucht es bestimmte Verdauungssäfte und Enzyme, die entweder für die zu verdauende Nahrung nicht ausreichen oder die nicht schnell genug die Nahrungsbestandteile aufspalten und in deren Einzelbestandteile zerlegen. So liegt der Speisebrei zu lange halbverdaut im Darm und produziert Gase. Wenn es sich um halbverdaute Kohlenhydrate handelt, gibt es Gärung, bei halbverdautem Eiweiß Fäulnis. Letzteres tritt auch immer dann auf, wenn der Magen bzw. dessen Belegzellen zu wenig oder gar keine Salzsäure mehr bildet. Die Folge ist das Gefühl, als läge nach Nahrungsaufnahme das Essen wie ein Stein im Magen.

Ein weiterer Hauptgrund für Blähungen auf Grund von Leberschwäche bzw. Gallensteine sind zu wenig Gallensäuren im Darm. Gallensäuren halten die Darmperistaltik in Bewegung, ein Fehlen hat Stagnation zur Folge.

Aus welchem Grund auch immer der Meteorismus entsteht, er kann für den Patienten nicht nur ein Spannungsgefühl, Kloß- und Völlegefühl verursachen, sondern es kann auch zu kolikartigen Schmerzen kommen. Wird dieser Zustand chronisch, z.B. durch Verdauungsschwäche oder chronische Fehlernährung, kann die Symptomatik organische Erkrankungen vortäuschen.

An erster Stelle steht der gastrocardiale Symptomenkomplex, das sog. Roemheld-Syndrom. Der Herzmuskel wird abgedrückt, Beschleunigung der Herztätigkeit, pseudostenocardiale Beschwerden und Asthma können entstehen. Als weitere Folgen finden wir körperliche Schwächung, Nachlassen der geistigen Frische, Schwindelanfälle und Kopfschmerzen sowie eine Störung der zentralen und peripheren Durchblutung.

Krampflösende und entblähende Pflanzen, die auch zum Teil die Darmmuskulatur anregen, sind: Kümmel, Fenchel, Anis, Bitterorangen, Kalmus, Gänsefingerkraut, Melisse, Kamille, Tausendgüldenkraut, Angelikawurzel und kraut, Bohnenkraut, Dill, Lavendel, Rosmarin, Steinklee, Thymian, das Bertrampulver von Hildegard von Bingen und die Enzianwurzel Basilicum Rupha (Fa. Kattwiga) bei Blähungen und anderen Arten von Verdauungsbeschwerden, Nux moschata, Absinth, Basilikum, Allium sativum D4 u.a.

Magnesiummangel kann eine Rolle spielen, weil es dadurch zu einer vermehrten neuromuskulären Erregbarkeit kommt und zur Hypermotilität des Darms mit Durchfällen und Blähungen in der Folge. Eine Hauptkomponente ist der Wasserstoff, der von Bakterien produziert wird.

Antibiotika, die der Darmflora zum Verhängnis werden können, eliminieren in hohem Masse die Bakterien, die den Wasserstoff verbrauchen. Die Bakterien, die Wasserstoff produzieren, überleben in der Regel die antibiotische Behandlung, bekommen naturgemäß das Übergewicht und dies führt zu vermehrter Blähungsneigung.

Bei Personen, die eine angeborene oder erworbene Verdauungsschwäche haben ist es günstig, die Kost so einzustellen, dass möglichst wenige Polysaccharide in den Dickdarm gelangen. Reis ist günstig, denn die Reisstärke wird fast völlig von der Dünndarmschleimhaut resorbiert und so entsteht kein Wasserstoff.

Kartoffeln, Bohnen und Haferflocken werden nicht gänzlich resorbiert, daraus können Blähungen entstehen. Schlecht resorbierbare Kohlenhydrate verändern die Stoffwechselleistungen der Bakterien im Dickdarm und auch das Darmepithel selbst kann krankhaft verändert werden.

Bei diffusen Oberbauchbeschwerden immer an Gallestau in der Leber und Gallenblase denken.

Laktose-Intoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit)

Die Laktose ist das wichtigste Kohlenhydrat in der Milch von allen Säugetieren. Vorkommen in Milchprodukten, Süßstoffen, Geschmacksverstärkern, Backmischungen, in industriell hergestellten Fertigprodukten, Fertigsoßen, Tiefkühlpizza usw.

In Medikamenten wird Milchzucker vielfach als Grundsubstanz verwendet.

Normalerweise wird die Laktose im Darm durch das Enzym Laktase in Glukose und Galaktose gespalten. Beides nimmt der Körper auf und verwertet es auf sinnvolle Weise, indem er Energie aus dem Vorgang zieht.

Bei Laktasemangel im Dünndarm bindet die Laktose über den Weg der Osmose sehr große Wassermengen, die das Stuhlvolumen beträchtlich aufquellen lassen. Die Folgen sind voluminöse, breiige bis wässrige Stühle, die häufig mit großem Druck nach außen gelangen. Zu achten ist auf Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen und Übelkeit ziemlich schnell nach Nahrungsaufnahme.

Gelangt die Laktose weiter ungespalten in den Dickdarm wird sie dort Gärprozessen unterzogen. Aus diesem Vorgang entstehen kurzkettige Fettsäuren, aus denen sich Gase wie Wasserstoff, Kohlendioxid und schlecht riechendes Methan bilden. Wenn die für unseren Stoffwechsel giftigen Gase nicht als Winde abgehen, können sie lange Zeit in den Darmwindungen bleiben, was zu lang anhaltendem, stark aufgequollenem Blähbauch führt.

Auch können die Gase über die Darmschleimhaut in die Blutbahn gelangen und den gesamten Organismus belasten. Die im Blut befindlichen Gase gelangen, sofern sie nicht über die Lungen abgeatmet werden, in das Gehirn und können Schwindelgefühle verursachen.

Leider lässt die Bildung und Aktivität des Enzyms Laktase mit dem Alter nach. Während der Säugling noch 100 % aufweist, sind es bei einem 50 bis 60 jährigen Menschen oft nur noch 10 % an Enzymaktivität.

Folgende Krankheitsbilder können aus einer Laktoseintoleranz entstehen:

Schlechte bzw. unreine Haut und Gelenkschmerzen, da auch das Entgiftungsorgan Leber überfordert ist, weiterhin chronische Kopfschmerzen, Erschöpfungszustände, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, innere Unruhe, der bereits erwähnte Schwindel u.v.m.

Laktobazillen produzieren das Enzym Laktase, erleichtern somit die Verdauung laktosehaltiger Produkte und verhindern die bei Lebensmittelallergien oft vorkommenden überschießenden Reaktionen. Allerdings müssen die Präparate regelmäßig und hochdosiert gegeben werden.

Fertigmedikament zur Unterstützung: z.B. Allergolact, Fa. Syxyl oder direkt Laktase.Dragees.

Testmöglichkeit auf Laktoseintoleranz:
50 gar. Milchzucker einnehmen, danach überprüfen, ob

1. der Wasserstoffgehalt der ausgeatmeten Luft des Patienten angestiegen ist,

2. ob ein Blutzuckeranstieg festzustellen ist.

Milchsäure bzw. Milchsäure produzierende Bakterien

Zu ihnen gehören die stäbchenförmigen Laktobazillen und Bifidobakterien. Aus dieser Bakteriengruppe stammen auch die meisten Probiotika. Im Darm bauen sie Zucker zu Milchsäure ab, garantieren damit einen stabilen leicht säuerlichen pH Wert von 6,3 bis 6,5. Aus dieser biochemischen Reaktion beziehen sie gleichzeitig für sich selbst Energie für ihre wichtigen Aufgaben, zu denen besonders gehört, über die Bildung verschiedener Stoffwechselprodukte das Wachstum von krankmachenden Keimen aus der Nahrung, sowie das Aufsteigen von pathogenen Keimen aus dem Dickdarm in den Dünndarm zu verhindern.

Das säuerliche Milieu fördert auch die Peristaltik in den Endabschnitten von Dünn und Dickdarm. Laktobazillen gehören zur obligaten Flora des Darms, der Mundschleimhaut, der Vagina und der Haut.

Durch zu viel tierische Fette und denaturiertes Eiweiß, aber auch durch allopathische Medikamente wie Antibiotika, Cortison, Chemotherapie, Antibabypille sowie Abführmittel, wird die säurebildende Hauptflora dezimiert und es kommt zu einer Verschiebung ins Alkalische. Schon bei pHWerten über 6,5 vermehren sich stoffwechselschädigende Bakterien explosionsartig. Aus der Normalflora wird eine Fäulnisflora mit Clostridien, Pilzen, Proteus usw., die nicht mehr ausgeschieden werden.

Fäulnisdyspepsien mit starker Geruchsbildung, Ammoniakgasbildung, enzymatischer Veränderung von Gallensäuren belasten natürlich die Leber, die wiederum überfordert wird, und belasten den gesamten Organismus. Die ständige Giftbelastung führt erfahrungsgemäß zu weiteren Erkrankungen im Körper bis hin zur Praecancerose und Cancerose.

Gute Mittel zum Wiederaufbau der natürlichen Darmflora:
Eugalan (BifidumMittel der Fa. Töpfer), Omniflora Kapseln, Acidobif, Mikroflorana F u.a.).

Der in naturbelassener Molke enthaltene Milchzucker (falls vertragen) ist ein guter Nährstoff für die Darmbakterien, die den Milchzucker in Milchsäure umwandeln.

Trotzdem Vorsicht bei der Einnahme von Milchzuckerpräparaten, denn die pathogenen Bakterien Clostridien, die den Darm alkalisieren, verwenden den Milchzucker auch gerne für sich. Wer also solche Präparate einnimmt und anschließend Blähungen bekommt, soll erst warten, bis sein Darm wieder mit Hilfe von richtiger Ernährung und geeigneten Medikamenten den Clostridien deren Lebensbedingungen entzogen hat.

Neben den Laktobazillen müssen natürlich die wichtigen sog. guten Kolibakterien erwähnt werden, die durch ihre Produktion von antibiotisch wirkenden Stoffen pathogene Keime abwehren und die für die Dickdarmschleimhaut somit ein guter Schutz sind. Außerdem sind sie Lieferant etlicher Vitamine wie K2, B12, Laktoflavin, B6 (Pyridoxin), Pantothensäure und Folsäure.

Die Stoffwechselprodukte der Kolibakterien haben starke anitallergische Wirkung, wirken also als Antihistaminika. Medikament: Colibiogen (Fa. Repha ) in Tropfen oder Ampullenform bei allergischen Ekzem, Heuschnupfen und Asthma bronchiale. Bei anfangs täglicher Indikation von zwei Ampullen kann man schrittweise benötigtes Cortison reduzieren.

Nimmt die Anzahl der guten Kolibakterien ab, vermindert sich entsprechend die Schutzfunktion im Darm, es ergeben sich neben der schlechten Abwehrlage des Darms also auch allergische Resultate.
Vermehren sich allerdings die Kolibakterien in krankhafter Weise, werden sie pathogen, weil sie ihre Eigenschaften verändern und es können durch Verschleppung in den Körper Krankheiten entstehen wie Nierenentzündung, Blasen – und Lungenentzündung.

Histamin- Intoleranz

Das Gewebshormon und der Neurotransmitter Histamin ist im Magen/ Darmtrakt für viele physiologische Funktionen verantwortlich. Es wird von Mastzellen, aber auch von bestimmten Bakterienstämmen, z.B. den Hämophilus und Bacteroides produziert und freigesetzt. Die Bakterien, welche Histamin produzieren, werden wiederum von einer gesunden Darmflora kontrolliert, bzw. in Schach gehalten. Es gibt drei hauptsächliche Möglichkeiten, warum Histamin unphysiologisch vermehrt im Darm vorhanden ist und zu Nahrungsmittelallergien führen kann.

1. Die Mastzellen und die genannten Bakterien produzieren auf Grund einer defekten Darmschleimhaut zu viel Histamin.

2. Die Enzyme Diaminoxidase (DAO) und Histamin N-Methyltransferase, die überschüssiges Histamin abbauen, können durch Stress, entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen sowie durch chemische Medikamente wie Schmerz.-,Rheuma-, Schlaftabletten usw. in ihrer Aktivität gehemmt, vermindert oder gar nicht mehr vorhanden sein.

3. Über Nahrungsmittel, die selbst viel Histamin enthalten, gelangt es in den Darm.

Folgende Lebensmittel enthalten Histamin:
Wurst, roher Schinken, manche Weichkäsesorten, Meeresfrüchte, Fischkonserven, Spinat, Tomaten, Milch, Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Avocado, Kiwi, Erdnüsse, Nüsse, Wein, mikrobiell verarbeitete Nahrungsmittel wie Sauerkraut, Bier und Sekt.

Zusatzstoffe wie der Konservierungsstoff Benzoesäure und der Geschmackverstärker Glutamat (Chinarestaurantsyndrom) setzen viel Histamin frei.

Je höher der Histaminspiegel im Blut, desto schneller der Abbau von Vitamin C im Körper. Eine Vitamin C Substitution ist in jedem Fall angezeigt. Auswirkungen der durch Histaminunverträglichkeit und überschießende Histaminausschüttung entstandene Nahrungsmittelallergie: Erschöpfungszustände, Schlafstörungen, niedriger Blutdruck, Herzjagen, unregelmäßiger Herzschlag, Kopfschmerzen, Hautrötungen, Hitzewallungen nach dem Essen, Schwellungen der Augenlider, Wasseransammlungen im Gewebe, ständig laufende Nase, Augentränen, Gliederschmerzen, Magen/Darmbeschwerden mit Neigung zu Durchfall, prämenstruelles Syndrom, Depressionen und Verhaltensstörungen wie Hyperaktivität u.v.m.

Der Zusammenhang mit der Nahrungsmittelallergie wird häufig nicht erkannt, besonders wenn der Patient mal eine Mahlzeit gut verträgt, das nächste Mal nicht. Das sog. Reizdarmsyndrom ähnelt auffallend den systemischen Wirkungen des Histamins bis hin zu psychovegetativen Störungen. Im Blut bzw. Serum den Histamin- und DAO-Spiegel bestimmen lassen.

Generell ist es bei überschießenden Reaktionen im Körper nicht einfach zu unterscheiden, ob es sich um ein toxisches oder allergisches Geschehen handelt. Denn auch Darmpilze können über die Beeinflussung des Histamin-Stoffwechsels gastritisartige Beschwerden verursachen, häufig auch allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel.

Allergische Reaktionen auf die Candida-Allergene sind nicht nur die Störungen im Magen-Darmtrakt wie Blähungen, Völlegefühl etc., sondern auch vegetative Symptome wie Hitzegefühl, Schlafstörungen, Schwindelanfälle, Leistungs und Konzentrationsschwäche. Zu den toxischen Reaktionen kommt es, weil der Hefepilz giftige Alkohole (Fusel) entstehen lässt, die der Leber schaden und als Säurelocker im Magen zu einer chronischen Gastritis führen können.

Darmgifte als Zellgifte verschlacken nicht nur das Grundgewebe, sondern übersäuern auch den Magen und im Lauf der Zeit den gesamten Organismus. Die permanente Übersäuerung kann der Beginn für stoffwechselbedingte Gelenk, Sehnen und Wirbelsäulenschäden bzw. Bandscheibenschäden sein. Was in der Praxis auffällt, ist, dass viele Patienten, die Darmprobleme aufweisen, auch zu Allergien neigen. In der Anamnese kommt es häufig an den Tag, dass diese Patienten früher lange Zeit Medikamente mit Cortison eingenommen hatten. Die Folge ist sehr oft, dass nach Absetzen des Cortisons vermehrt allergische Symptome mit manchmal heftigen Entzündungsschüben einsetzen, oder dass aus einem unterdrückten Heuschnupfen ein Asthma entsteht.

Das Darmsystem steht mit allen Organsystemen und Funktionskreisläufen im Körper in Beziehung und jede Darmerkrankung zeigt sich nicht nur im Darm, sondern an vielen Stellen im Organismus.

Die Beziehungen zu anderen Organen ergeben sich aus den Projektionszonen, den Meridianverbindungen und den anatomischen sowie physiologischen Beziehungen.

Viel zu lange Zeit hat man den Magen-Darmtrakt als ein zusammenhängendes Organ betrachtet, das nur der Aufnahme, Verwertung und Resorption dient. Inzwischen weiß man, dass man es auch mit einem Immunsystem erster Ordnung zu tun hat, denn 70 - 80% der Abwehrleistung finden wir im Darm.

Das gesamte lymphatische Gewebe im Körper, also Lymphknoten, Mandeln Milz und das Gewebe im Darm produzieren zusammen täglich rund 35 Milliarden B- und T-Lymphozyten. Bei Krankheit sind es bis zu 550 Milliarden täglich. Im Dünndarm finden wir die sog. Peyerschen Plaques, die den B-Lymphozyten ihre Immunkompetenz geben.

Garant für die immunologische Leistung des Darmes ist eine intakte Darmflora. Beim Säugling wird sie gleich vorbereitet auf dem Geburtsweg (nicht beim Kaiserschnitt) durch die Laktobazillen und über die Muttermilch. Kinder, die steril die erste Zeit verbrachten, z.B. im Brutkasten durch Frühgeburt, holen diese wichtige Phase der Immunbildung im Darm kaum nach und sind ständig infektanfällig.

Denn nur durch Umweltkontakte des Darmes mit Bakterien wird die Darmflora gebildet (auch die Isoagglutinine, die z.B. für die Blutgruppenidentität zuständig sind.)

Welche Faktoren beeinträchtigen das Immunsystem im Darm?

Es sind z.B. die chronischen entzündlichen Prozesse auf der Darmschleimhaut, die nach und nach die Immunglobuline wie das enorm wichtige Immunglobulin A, das als das größte Antiallergikum im Darm und auf den Schleimhäuten gilt, zerstören. Zu nennen wäre die Kolitis ulcerosa und Morbus Crohn (Folge von Candida?).

Geschwürbildungen und Entzündungen der Schleimhaut im Dickdarm (besonders im Mastdarm) führen zu blutigschleimigen Durchfällen, die sehr schmerzhaft sein können und auch nachts auftreten. Durch den Blutverlust kommt es zur Anämie, durch die eingeschränkte Nahrungsaufnahme und den entzündungsbedingten Eiweißverlust kommt es zur Gewichtsabnahme, zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Haut und Gelenkbeschwerden durch den Mineralstoffverlust, Pustelausschlägen an Armen und Beinen, ebenfalls zu chronischentzündlichen Veränderungen der Wirbelkörper.

Beim Morbus Crohn findet eine chronische, vernarbende Entzündung sämtlicher Darmwandschichten, besonders im letzten Dünndarmabschnitt, statt. Gewichtsabnahme, subfebrile Temperaturen, auch Gelenkschmerzen, Hautprobleme und subakute Bindehautentzündung am Auge können der Beginn dieser Krankheit sein, ebenso Fisteln und Einrisse in der Afterregion. Wenn Durchfälle 10 - 15 x täglich auftreten, wird die Diagnose Morbus Crohn immer wahrscheinlicher.

Medikation: Katalysatoren des Zitronensäurezyklus (Fa. Heel) zur Umstimmung des Zellstoffwechsels der betreffenden Darmschleimhautzellen. Diese Katalysatoren senken die Entzündungsbereitschaft der gereizten Zellverbände und verhelfen der Zelle zum normalen Funktionieren. Beim normalen Durchfall kann der Wassergehalt des Stuhls 95% betragen, was einen enormen Verlust an Elektrolyten bedeutet (Na, K, Cl und HCO3).

Die Zusammensetzung des Stuhls kann Hinweise auf die Lokalisation der Störung geben. Durchfälle des Dünndarms sind stark wässrig, Durchfälle des Dickdarms haben wegen gestörter Absorption bzw. Sekretion oft Schleimbeimengungen. Durchfälle nachts haben meistens eine organische Ursache wie Morbus Crohn, Kolitis ulcerosa oder DarmTBC.

Diarrhoe

Ursachen für Diarrhoe:

Laktose – und Fruktoseunverträglichkeit, Histaminintoleranz, Überfunktion der Schilddrüse, chronische Appendizitis, eingeschränkte Rückresorption von Gallensäuren, die im Ileum zum Abstrom von Säuren in den Dickdarm führt, was einer laxierenden Wirkung gleichkommt, Medikamentenmissbrauch u.a.

Ein gestörtes SäureBasenverhältnis (z.B. durch falsche Ernährung oder Darmpilze) stört ebenfalls die Bakterienflora, die Dünndarmschleimhaut wird dadurch irritiert und kann in eine Entzündung übergehen. Als Folge stellt sich eine Resorptionsstörung von Eiweiß, Fetten und Kohlehydraten ein. Eine Normalisierung des Darm-pH-Wertes über die Ernährung und die Zufuhr von Darmsymbionten wie sie in Mutaflor, Colibiogen, Omniflora, Acidophilus jura, Pro Bio Cult Kapseln (laktosefrei) u.a. enthalten sind, ist wichtig.

Arzneipflanzen, die man bei Durchfällen nicht vergessen sollte: Odermenningkraut (Herba Agrimoniae) bei unspezifischen, akuten Durchfällen, Gänsefingerkraut getrocknete Heidelbeerfrüchte 46 Esslöffel pro Tag, gut kauen! Ebenso geriebene Äpfel und Schüssler Salze je nach Stuhlbeschaffenheit.

Obstipation

Aus einem nicht behandelten Durchfall, z.B. Darmgrippe, kann sich eine Obstipation (Verstopfung) entwickeln. Wird sie chronisch, sollte man sie ernst nehmen. Chronische Obstipation an sich ist keine Krankheit, auch keine Diagnose, sondern ein Symptom, das sich aus einer Ursache entwickelt hat. Eine der vielen Ursachen können eine überdehnte Bauchmuskulatur nach mehreren Schwangerschaften sein, oder auch ein ererbter oder erworbener, übermäßig erweiterter Darm.

Medikamente: Calcium fluoratum D6, Silicea D12

Weitere Gründe: Magenerkrankungen mit fehlender bzw. ungenügender Bildung von Magensäften; Gallensteine, verminderte Bildung von Gallensäuren, Unterfunktion der Schilddrüse, Zigarettenmissbrauch; psychische Ursachen wie Depressionen, Nicht-Loslassen-Können; Bewegungsmangel; Darmlähmungserscheinungen durch Amalgam (Hg); bakterielle Darmgifte, Enzymmangel im Darm, Pankreatitis; Medikamentenmissbrauch; falsche Ernährung mit zu viel Süßigkeiten (Nährboden für Candida); Diabetes; zu viele Abführmittel u.v.m.

Durch systematische Unterdrückung kann der Analreflex gestört sein, dies kann durch Erziehungsfehler passieren, Bequemlichkeit, Schamgefühl oder Unterdrückung durch Zeitmangel. Wann auch immer die bakterielle Symbiose gestört ist, Blähungen, Völlegefühl sich einstellen, die abgehenden Winde schlecht duften und gleichzeitig Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Übelkeit und Wetterfühligkeit auftreten, sollte der Stuhl auf die möglichen pathogenen Keime untersucht werden.

Therapie der Obstipation

Bitterstoffe: AmaraTropfen wirken ausgleichend bei zu viel und zu wenig Magensäure. Bitterstoffe, wirken generell anregend auf den gesamten Verdauungstrakt, d.h. die Sekretionsleistung sämtlicher sekretorischen Drüsen im Verdauungssystem wird angeregt. Das beginnt mit der Speichelsekretion, die ihrerseits über den Vagusnerv die Magensaftsekretion anregt. Deshalb werden Bitterstoffe vor dem Essen gegeben werden, denn es ist wichtig, den Bittergeschmack auf der Zunge zu haben, der diesen Mechanismus in Gang setzt. Im Magen regen die Bitterstoffe die Belegzellen in der Magenschleimhaut zur Bildung von Salzsäure an, sowie die Tätigkeit von Magensäften, die wiederum das Gallenwegssystem und das Pankreas zur sekretorischen Arbeit auffordern. Neben all diesen Eigenschaften haben Bitterstoffe auch eine anregende Wirkung auf die Beweglichkeit und den Tonus der Magen-Darmmuskulatur.

Da durch längere Obstipation, genauso wie durch zu viel Eiweiß, der Darminhalt alkalisch wird, muss wieder auf eine Regulierung des Darmmilieus sowie Aufforstung der normalen Darmflora hin therapiert werden, z. B. mit Brottrunk, Apfelessig, Gelumtr. (Fa. Dreluso) u.a.

SchüsslerSalze: Obstipation mit starkem Völlegefühl: Kalium sulfuricum D6 stündlich 1 Tablette. Vergeblicher Stuhldrang: Silicea D12, stündlich 1 Tablette. Darmträgheit mit Gefühl von Hitze im Enddarm, Hitze im Kopf und Kreuzschmerzen: Ferrum phosphoricum D6, stündlich 1 Tablette, und dies über mehrere Tage. Grundmittel bei Obstipation: Ferrum phosphoricum D12.

Wohin fließen die Darmgifte?

Reagiert der Darm auf Pilzbefall, Psyche, falsche Ernährung etc. mit Verstopfung und sollten die Gifte nicht ausgeschieden werden, fließen diese in das Entgiftungsorgan Leber. Sie nimmt die Giftstoffe auf und scheidet sie über die Galle aus, dazu muss sie allerdings den Gallefluss erhöhen. Wird der Gallefluss übermächtig, kann sich die Galle bis in den Magen zurück stauen und dort ein ätzendes Gefühl, das dem Sodbrennen ähnlich ist und Übelkeit hervorrufen.

Wird die Leber ständig überfordert und in der Folge funktionsuntüchtig, muss die Haut die Arbeit übernehmen. Kann auch sie die Ausscheidungsleistung nicht mehr übernehmen, wird die Thymusdrüse zu vermehrter Abwehrleistung herangezogen, denn sie steht in direktem Bezug zum Dickdarm.

Der Nachteil dieses Kompensationsversuches des Körpers ist, dass die Thymusdrüse bei dieser ständigen Überforderung häufig nicht mehr ihre eigentliche Aufgabe, nämlich die T-Lymphozyten dahingehend zu schulen, körperfremdes von körpereigenem Gewebe zu unterscheiden, nachkommen kann. Das Ergebnis kann die Hashimoto-Erkrankung der Schilddrüse sein.

Wenn alle Kompensationsversuche des Körpers scheitern, nimmt das Blut die Gifte auf, welche nicht selten die ansonsten fast undurchdringliche Blut-Hirn-Schranke durchdringen.

Depressionen und andere psychische Störungen können hervorgerufen werden, ein großes Problem unserer Zeit. Der Depressive sucht den Arzt oder Psychiater auf, und bekommt Depressiva, welche die Weitervergiftung von Darm, Leber, Haut und Blut noch beschleunigen. Die Depressionen werden stärker, die Dosis der Medikamente wird erhöht &

Flohsamen (Plantago ovata) ist eine Wegerichart und ist im Mittelmeergebiet und in Indien heimisch. Die Samenschalen, die ihren Namen auf Grund ihrer Flohform haben, zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch ihre Wasserbindungsfähigkeit enorm aufquellen können. Durch den dadurch entstehenden Druck auf die Darmwand wird die Peristaltik angeregt, die löslichen Ballaststoffe binden Fäulnisstoffen, Darmgase und fäkale Gallensäuren. Die Schleimstoffe des Flohsamens verbessern das Vorwärtsgleiten des Darminhaltes und haben einen schützenden Effekt auf die Darmschleimhaut.

Ablagerungen an den Darmwänden

Ein weit verbreitetes Problem ist die mit Exkrementen verklebte Darminnenwand, eine Folge der bereits genannten Störungen wie chronische Verstopfung. Ein solch verklebter Darm wird träge bis lahm gelegt, Gase können nicht schnell genug entweichen, was Kopfschmerzen und generelles Unwohlsein verursachen kann.

Und es kann zu partiellen Entzündungen kommen, die reflektorische Auswirkungen auf andere Organe haben. Dickdarmwände enthalten mikroskopisch feine Lymphkapillaren. Ein sauberer Darm nimmt normalerweise schleimige Körpersubstanzen aus der Lymphe über seine Darmwände in sein Inneres zwecks Ausscheidung auf, aber eine durch Kotschichten verklebte Darmwand kann die Schleimschichten aus der Lymphe des Körpers nicht aufnehmen und zur Ausscheidung bringen.

Was ist die Folge?

Die Lymphflüssigkeit wird immer dickflüssiger, der Schleim staut sich im gesamten Lymphsystem zurück und es entsteht ein Druck, der sich im Organismus bemerkbar machen kann, z.B. im Sinne von Muskelverspannungen und Muskelschmerzen. Ist der Druck sehr stark, kann spontan Fieber entstehen, um die Lymphflüssigkeit zu verflüssigen. Ist dies erst mal geglückt wird das Fieber genauso schnell wieder verschwinden, wie es gekommen ist.

Aber bleibt der Dickdarm weiterhin verschlackt und alle Kompensationsversuche des Körpers sind gescheitert, muss wieder mal zur Entgiftung die Leber einspringen mit Erhöhung des Galleflusses usw.

Fazit: Ein gesunder Darm ist Voraussetzung für ein gesundes Lymphsystem.

Daher kann ein Lymphreinigung nur fruchten, wenn gleichzeitig auch der Darm saniert wird, da wie wir wissen, der Lymphschleim nur über einen gereinigten Darm abfließen kann.

Welche Nahrung verschleimt den Darm?

Tierische Produkte: Alle Kuhmilchprodukte (Ziegenmilch ist viel weniger schleimbildend), Fleisch, Fisch, Geflügel und Eier.

Welche Pflanzen wirken schleimbildend?

1. Sojabohnen und Sojaprodukte (Tofu…)

2. Hülsenfrüchte, Buchweizen, Getreideprodukte (außer Hirse). Getreide ist nach 6 Tagen Keimung nicht mehr schleimbildend.

3. Hefepulver, Hefetabletten

4. Kleie ist zwar ein Faserstoff, trotzdem ist sie schleimbildend. Zudem enthält sie relativ viel Phytinsäure, die dem Körper Calcium und Magnesium entzieht.

Welche Nahrung entschleimt den Darm?

Hirse, Karotten, Broccoli, Grünkohl, Obst, Honig, Zwiebeln, Weizengras und Gerstengras, welches man selber keimen lassen kann.

Zum Lösen der Darmschlacken YuccaBaobab Kur (Kaps.) Bezug über Fa. Onkopharm

Was verhindert eine Schleimbildung im Darm?

Eine gesunde Darmflora, allen voran die Laktobazillen. Es sollten im Verhältnis sein: 85% Laktobazillen und 15 % Kolibakterien. Häufig ist es umgekehrt. Da sich Laktobazillen von Kohlenhydraten ernähren und Kolibakterien von Eiweiß, begünstigt eine stark eiweißreiche Kost immer die Kolibakterien bzw. deren Wachstum.

Welche Nahrung fördert das Wachstum der Laktobazillen und unterdrückt das Wachstum von Fäulniskeimen?:

Zwiebeln, Broccoli, Grünkohl, Papaya, Ginseng, Grapefruitkerne, laktofermentiertes Getreide, Rechtsregulat (Fa. Niedermaier) u.a.

Was reinigt die Lymphe?

Schnittlauch, Brennnessel, Tomaten, Spitzwegerich, Zucchini, Olivenöl u.a.

Die meisten Grasarten haben lymphreinigende Wirkung. Zwei sehr gute Verstärker von Heilkräften anderer Pflanzen sind die Lobelie und der Spitzwegerich. Oft ist es die Kombination mehrerer Kräuter, die den Erfolg bringt.

Bürstenmassage über den gesamten Bauchraum aktiviert den Lymphfluss.

Lymphstau im Dünndarm als Ursache von Wirbelsäulenbeschwerden

Bei der Bauchdeckendiagnostik nach F.X. Mayr wird häufig ein Stau bzw. eine abgegrenzte Resistenz in der Tiefe unterhalb des Bauchnabels gefunden. Es handelt sich um einen Lymphstau, meistens das Ergebnis von chronischen Dünndarmentzündungen und schon lange bestehenden Fäulnis – und Gärungsprozessen, die wiederum das Ergebnis falscher Ernährungsgewohnheiten sein können. Der Lymphstau bewirkt eine Unterversorgung der Lumbalsegmente mit deren zugehörigen Nervenwurzeln und entsprechenden Wurzelfasern, was zu Störungen im Lumbalbereich wie Lumbalgien, Ischialgien, Schwächezuständen in den Beinen etc. führen kann. Daher sollte bei allen Beschwerden im Lumbalbereich auch der Bauchraum untersucht und ggf. mittherapiert werden.

Aus energetischer Sicht versorgt der Dickdarm durch innere Energiebahnen die Lumbalwirbel 4 und 5, die Brustwirbel 3 und 4, sowie die Halswirbel 5, 6 und 7.

Der Dünndarm versorgt energetisch die Brustwirbel 1, 5 und 6, ebenfalls Halswirbel 7 und Sakral 1 und 2 Bei Störungen in Dünn – und Dickdarm werden die genannten Wirbel energetisch nicht mehr genügend versorgt, was bedeutet, dass der Band und Halteapparat um diese Wirbel nachgibt und sich Bandscheibenvorfälle ereignen können.

Darm – Mandeln – Halswirbelsäule – Kiefer – Zahnspange

Ein vergifteter Darm entlastet sich nicht nur in die schon erwähnten Bereiche wie Leber etc. sondern auch in die Mandeln. Dies kann zu chronisch entzündeten und geschwollenen Gaumen – bzw. Rachenmandeln führen. Durch die Schwellungen verschiebt sich die Zunge nach vorne, wodurch die Zähne und der Unterkiefer ebenfalls nach vorne rutschen. Häufig kommt es dabei bei den Kindern zu einer Steilstellung der Wirbelsäule, wobei der Kopf sich nach hinten beugt. Eine Fehlstellung des Unterkiefers wirkt sich negativ auf das Nervensystem in der Halswirbelsäule aus, was sich ebenfalls auf die Lumbalwirbelsäule auswirkt, denn dort entspringen die Spinalnerven für den Darm. Es kann zu einem veränderten bzw. verminderten Stromfluss durch diese Nerven zum Darm fließen, mit der Folge einer energetischen Unterversorgung, die zur Darmträgheit führen kann, was das ursprüngliche Problem noch verschlimmert.

Fazit: Bei chronisch geschwollenen Mandeln plus Kieferfehlstellung mit Bissstörungen immer den Darm behandeln. Wird dies unterlassen und man beschränkt sich auf eine mechanische Bisskorrektur wird dies nichts nützen und der Kiefer des Kindes wird nach Entfernen der Korrekturschiene wieder in die alte Stellung zurückfallen.

Chronischer Schnupfen und Zahnherde als Verursacher von Darmproblemen

Da die Siebbeinzellen mit dem Dickdarm assoziiert sind, kann ein chronischer Schnupfen z.B. nach Antibiotikabehandlung ein Dickdarmproblem hervorrufen. Die Zähne 4 und 5 im Oberkiefer und 6 und 7 im Unterkiefer haben Bezug zum Dickdarm und können ebenfalls bei häufig nicht entdeckter Störung zu einer chronischen Dickdarmirritation führen.

Die Weisheitszähne haben Bezug zum Dünndarm. Bei Dünndarmerkrankungen muss per Panoramaaufnahme beim Zahnarzt eruiert werden, ob nicht vielleicht die 8er Zähne im Kiefer stecken geblieben sind. Auch in impaktierten 8er Zähnen können natürlich die Nerven zu Grunde gehen und zu Krankheitsherden werden. Diese sog. Dünndarmzähne sind in Gehirnnähe und es kommt immer wieder vor, dass die von diesen Zähnen ausströmenden Entzündungsstoffe in das Gehirn wandern und dort Entzündungsinseln setzen. Die klinische Diagnose kann multiple Sklerose lauten. Das Krankheitsbild kann verschwinden, wenn die Ursache, z.B. die Zahnsanierung, behoben ist. Die genannten Zähne können die entsprechenden Darmabschnitte entzündlich verändern, aber eine primäre Darmstörung kann auch die genannten Zähne ruinieren.

Darm – Augen

Jedes Organ versorgt einen ganz bestimmten Augenabschnitt mit Energie. Der Dickdarm versorgt den Glaskörper und die Makula, der Dünndarm die Aderhaut und die Netzhaut.

Bei Störungen in diesen Augengebieten immer an den Darm denken und dort ggf. mit der Behandlung beginnen. Bei Vitamin B 2 Mangel kommt es leicht zu Entzündungen der Darmschleimhaut, der Mundwinkel und der Augen.

Unterstützend eignen sich immer die Meridiankomplex Tropfen für Dick- und Dünndarm der Fa. Meri Pharm. in Bühl.

Abschließend der Hinweis, dass unbehandelte Darmentzündungen häufig durch Verschleppen von Darmkeimen über den Blutweg zu Blasen, Nieren- bzw. Nierenbeckenentzündungen führen. Daher bei diesen Symptomen den Urin auf Kolibakterien, Proteus, Clostridien und Pilze wie den Candida albicans untersuchen lassen.

Jeder Darmabschnitt hat Projektionszonen im Körper. Ist ein bestimmter Darmabschnitt entzündet oder krankhaft verändert, kann das projektionsmäßig verbundene Organ ebenfalls krankhaft reagieren, ohne dass man einen Zusammenhang findet. Wird der Darm saniert, kann das durch die Fernstörung irritierte Organ sich wieder erholen.

HP Angelika von Frankenberg
82057 Icking, Am Buchet 24

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